[leserbriefDC vs. Spieleverleumdung]
Der unter Spielern einerseits und Volksverhetzern andererseits bekannte "Kriminologe" Christian Pfeiffer hielt einen Vortrag in Heilbronn und wurde darin nicht müde zu betonen, wie schädlich Computer- und Videospiele für das Gemeinwohl der gesamten Menschheit seien. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse bewiesen dies nun endgültig. Die Heilbronner Stimme als unparteiische und dem journalistischen Auftrag verpflichtete Tageszeitung ließ sich die Gelegenheit natürlich nicht entgehen diesen dramatischen Erkenntnissen eine halbe Seite zu widmen.
Hier nun auf vielfachen Wunsch (das wollte ich schon immer mal schreiben können) mein einige Tage später ebenfalls in der Heilbronner Stimme veröffentlichter Leserbrief:
Eine Veröffentlichung Christian Pfeiffers sorgt in Fachkreisen immer wieder für große Freude. Denn auf jede Studie Pfeiffers kommen meist drei seriöse Studien, die seine "wissenschaftlichen Tatsachen" nicht bestätigen können, beziehungsweise widerlegen.
Pfeiffer stellt aktuell fest, dass die Leistungen von computerspielenden Kindern schlechter seien als die von nichtspielenden Kindern. Gleichzeitig sagt er, dass die Eltern der spielenden Kinder mit schlechteren Leistungen zufälligerweise auch viermal häufiger lediglich einen Hauptschulabschluss besitzen. Und Herr Pfeiffer will hier allein die Spiele als Schuldige ausmachen? [Lügen mit Statistiken, 1. Semester: ein Paradebeispiel.[Von der HSt gekürzter Satz, ich habe keine Ahnung warum]]
Ich halte es für überaus unwahrscheinlich, dass ich mit abgeschlossenem Abitur, Ausbildung und Studium und einem seit über 10 Jahren konstant hohen Spielekonsum eine Ausnahme wäre. Im Gegenteil sind viele meiner Online-Mitspieler überdurchschnittlich hoch ausgebildete Fach- und Führungskräfte. Jede seriöse Studie der letzten Zeit zeigt darüber hinaus, dass kein Zusammenhang zwischen schulischer Ausbildung und täglicher Spieldauer zu belegen ist.
Erst wenn die letzte LAN-Party geschlossen, das letzte Spiel verboten und das Internet zensiert ist, werden wir feststellen, dass wir unsere Kinder immer noch erziehen müssen. [Ja dieser Spruch ist nicht von mir und auch nicht neu]
Einen Tag darauf hatte tatsächlich ein älterer Herr meine Telefonnummer ausfindig gemacht und mich angerufen! Er wolle doch nochmal persönlich mit mir reden und versuchen mir zu erklären wie und warum Spiele für uns alle so schädlich seien und wie menschenverachtend das doch alles ist. Wir einigten uns letzendlich darauf, dass unsere Ansichten da wohl doch zu unterschiedlich für einen möglichen Konsens seien. Ich hatte Spaß.
