[Amerika in kleinen Stücken #2]
How I met my travelmates
Die kräftige afro-amerikanische Frau am Tresen der Autovermietung kaute gelangweilt auf ihren 5 Kaugummis. Nein, ich habe nicht im vorraus gebucht. Nein, ich habe keine Reservierung. Gut, dann würde sich das auf $125 pro Tag belaufen, rechnete sie mir das günstigste Angebot vor. Bei 5 Tagen wäre das ein Viertel meines geplanten 4-Wochen Budgets gewesen, nur für das Auto. Ohne Sprit, Maut, Übernachtungen oder Essen. gnarf...
Genervt zeigte die Dicke auf 2 Mädchen, die hinter mir auf der Bank saßen und anscheinend ebenfalls über Vermietungsangeboten grübelten, "Are you together with them?" Und der Clown der ich nunmal bin antwortete ich mit einem scherzhaften Machogrinsen "Well...not yet." und erntete nur einen noch genervteren Blick.
Ich beschloss, mein Glück in der Autovermietung nebenan zu versuchen. Und was jetzt kommt, kann ich bis zum heutigen Tag nicht so ganz glauben. Die beiden Mädchen dackelten mir hinterher und sprachen mich an.
"Exquuhs mi, ju ar olso lucking for ä caaar?" - "Ihr sprecht deutsch, oder?" - "hihi, äh, ja. Du suchst ein günstiges Auto, oder? Wir wollen nämlich ein paar Tage an der Ostküste entlang fahren und brauchen einen Fahrer über 25..."
Wie sich herausstellte waren die beiden schweizer Stewardessen auf ihrem ersten USA-Trip, und mich mit den beiden zusammenzutun und die Kosten zu teilen klang natürlich einigermaßen interessant. "If life gives you lemons ask if tequilla is complimentary on this trip." Wir einigten uns auf die Niagara-Fälle, Toronto, Philadelphia und Washington D.C. und so ging ich mit den beiden Mädels im Schlepptau zurück zur Dicken und sagte, wir nehmen das Angebot an.
Ihren völlig entgleisten Blick werde ich nie vergessen...